Re: Wiesenzeit

#16
Heute auf extrem seichtgründigem, alluvialem Schotterbode, einmähdig
es war mir kaum möglich zwei Schritte zu machen ohne in die Knie zu gehen

Entoloma bloxamii, an einer Stelle sogar ein Hexenring mit ca 15 FK in allen Altersstufen
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Neohygrocybe ingrata
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Clavaria fragilis
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Lycoperdon utriformis (auch ein junger aus dem ich noch nen Klon rausbringen sollte
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und noch reichlich andere interessante Arten wie zB
Hygrocybe citrinovirens, intermedia, chlorophana
Neohygrocybe nitrata
Porpolomopsis calyptriformis
Clavulinopsis fusiformis
Porpoloma metapodium, pes-caprae
diverse Leptonien, teils zu hunderten

Beste Grüße
Zuletzt geändert von Florian am 17.10.2020, 20:48, insgesamt 1-mal geändert.

Re: Wiesenzeit

#17
Hallo Florian

Ich denke wir werden noch mehr schöne Fotos von dir sehen.
Gemäss Wetterbericht soll es nächste Woche bei dir bis 18 Grad warm werden.

Bin gespannt ob der utriformis noch lebt. Ist eigentlich ein typischer September-Pilz, der es gerne etwas wärmer hat.
Ich hatte vor Jahren schon mal eine Kultur und ein typisches Merkmal von utriformis ist, dass er auf der Petrischale viel schneller
wächst, als das Myzel von L. gigantea, Lycoperdon pratense, Lycoperdon excipuliformis und weiteren Stäublingen.

Gruß
Gerhard

Re: Wiesenzeit

#18
Servus,

das Daumen drücken hat geklappt! In den Gebieten wo es in den letzten Tagen Nachtfrost hatte is noch überall Schnee gelegen und inzwischen ist es wieder bis auf 1600m frei und trotzdem ist es ziemlich windstill, also die nächsten Tage werden sicher noch interessant!

Heute ist sich nur eine kurze Tour ausgegangen um mal die Lage zu erkunden, und scheinbar hat sich unter der Schneedecke wirklich noch einiges entwickelt.

Übrigens hab ich sogar noch ganz junge Hasenstäublinge gefunden, grade am rauskommen und das auf 1200m!

heute recht zahlreich
Neohygrocybe ovina
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endlich auch die ersten Erdzungen der Saison
Trichoglossum hirsutum
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Geoglossum sp.
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Ramariopsis cf. crocea
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und hier kann ich mal fürs erste nur eine vorsichtige Vermutung äußern
Standort war ein steiler, steiniger und extrem trockener Hang
Clitopilus sp.
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Beste Grüße
Zuletzt geändert von Florian am 21.10.2020, 21:28, insgesamt 1-mal geändert.

Re: Wiesenzeit

#19
Hallo Florian

Hasenstäublinge am 21. Oktober auf 1200 m ist schon sehr ungewöhnlich.
Ich drücke natürlich beide Daumen und hoffe, dass deine Klonversuche gelingen und wir was Interessantes tauschen können.

Gruß
Gerhard

Re: Wiesenzeit

#20
Lieber Florian,
sehr schöne Funde. Den einen oder anderen würde ich gern zum Sequenzieren übernehmen, wenn Du dann mit dem Mikroskopieren fertig bist und ihn mir schicken kannst. Gleich schicken, weil momentan morphologisch ohnehin unbestimmbar, könntest du die Arrhenia (sehr großer Artenkomplex aus an die 20 OTUS).

LG
Irmgard

Re: Wiesenzeit

#21
Liebe Irmgard,

die Arrhenia ist leider eine der wenigen die ich dir gar nicht schicken kann. Ist mir beim einpacken runtergefallen und war nicht mehr auffindbar.

Ansonsten kannst du mir gleich mal sagen was du alles haben möchtest. Bei den meisten gezeigten Funden waren die Kollektionen groß genug, dass ich dir ohne weiteres auch gleich einen Teil schicken kann und noch genug übrig habe zum mikroskopieren.

Liebe Grüße
Florian

... und der könnte dich evtl. auch interessieren. An einer starken Tanne (Durchmesser ca 120cm) die vor 17 Jahren der Wind geholt hat
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Entoloma cf. byssisedum
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Re: Wiesenzeit

#22
Lieber Florian,

wunderbare Wiesenpilze, danke fürs Zeigen. Entoloma bloxamii steht weit oben auf meiner Wunschliste... Die Bovista paludosa könnte gut passen, sofern der Fruchtkörper etwas gestielt war.

Schöne Grüße
Gernot

Re: Wiesenzeit

#23
Servus Gernot,

wenngleich insgesamt die Fruchtungsnedingungen diese Saison nicht gerade großartig waren und viele Arten nur recht spärlich gewachsen sind, so bin ich doch absolut begeistert von der Vielzahl hochinteressanter Flächen die ich dieses Jahr besuchen durfte. Wird sicher noch spannend was sich hier die nächsten Jahre noch alles zeigt.

Der Fund von E. bloxamii ist auch für mich das absolute Saison-Highlight, allerdings war bei mir noch ein ganzer Haufen der gezeigten Arten weit oben auf der Wunschliste.

Die Bovista war Flach am Substrat aufsitzend, Stielteil war nicht ansatzweise zu erkennen. Ich habe allerdings auch nicht wirklich Literatur in die Richtung, weshalb ich mir unsicher war ob dies in die Variationsbreite passt. Allerdings habe ich eben auch keine andere Art gefunden auf die die Ökologie passen würde.
Der Standort ist definitiv dauerfeucht, mitten in einer großflächigen Karst-Sickerquelle. Der Fruchtkörper ist auf einer min. 10cm Moosschicht aufgesessen.
Hab ich in dem Fall mikroskopisch eine Chance mit einem total unreifen Fruchtkörper, oder ist das ein eher hoffnungsloses Unterfangen?

Wenn du noch einen Literaturtipp zu Bovista, Lycoperdon, Geastrum & Co. hättest wäre ich dir auch dankbar. Bei der Vielzahl an Arten die mir dieses Jahr untergekommen sind sollte ich mich damit wohl auch mal näher auseinandersetzen.

Beste Grüße
Florian

Re: Wiesenzeit

#26
Servus, Florian,

bei uns wollen die Saftlinge heuer auch (noch?) nicht so richtig, oder ich war bislang immer auf den falschen Wiesen unterwegs. Dafür haben die "Waldpilze" seit dem letzten Kaltlufteinbruch nochmals ordentlich Gas gegeben. Schwer zu erklären...

Schöne Eindrücke mal wieder! Der letzte Saftling schaut bitter aus... Und Hygrocybe splendidissima ist immer wieder eine Pracht (heißt ja nicht umsonst so).

Das Habitat klingt schon sehr nach Bovista paludosa, mikroskopisch wird man bei einem unreifen Fruchtkörper allerdings nichts machen können. Ich würde dir diesbezüglich ebenfalls das von Gerhard vorgeschlagene Buch empfehlen, und vom selben Autor gibt es auch noch eines über die Erdsterne.

Schöne Grüße
Gernot

Re: Wiesenzeit

#27
Grüß euch,

danke erst mal für den Literaturtipp, muss ich mir gleich mal besorgen.

Der letzte Saftling ist wirklich deutlich bitter, auf die Idee wäre ich makroskopisch nicht gekommen und hab ihn deshalb gar nicht probiert. Danke

H. splendidissima war gestern wirklich beeindruckend. Kleine Grüppchen konnte ich zwar schon da und dort mal finden, aber gestern waren sie richtig zahlreich und teils riesig.
Mir fällt auf, dass dieses Jahr hauptsächlich Arten mit fleischigen, großen Fruchtkörpern anzutreffen sind. Abgesehen von ganz kurzen Zeitfenstern von je 1-2 Tagen waren Arten mit zartem Habitus ziemlich rar, zumindest außerhalb der Feuchteren Standorte. Interessant ist auch, dass einige Arten, die ich letztes Jahr teils in großen Mengen angetroffen habe, in dieser Saison ziemlich ausgelassen haben. Hygrocybe intermedia etwa war im letzten Herbst in jeder besuchten Fläche allgegenwärtig, in diesem Jahr hat sie jedoch nur Ende Juni eine starke Fruchtung gegeben und im Herbst habe ich insgesamt exakt zwei Fruchtkörper gesehen.

Beste Grüße

Re: Wiesenzeit

#28
Liebe Florian,
pack von allen einfach mal was ein für mich, wo genug Material da ist. Aus OÖ hab ich noch nicht so viel sequenziert, das passt gut. Vor allem auch die Entoloma bloxamii. Die ist sehr selten. Tolle Gegend bei Euch.

LG
Irmgard