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Inonotus obliquus

Verfasst: 01.01.2019, 14:51
von Gernot
Hallo,

gestern ist uns ein schönes Exemplar von Inonotus obliquus, auch bekannt als Schiefer Schillerporling oder Chaga, untergekommen. Gezeigt ist eine der charakteristischen sterilen Knollen, die typischerweise aus lebenden Birkenstämmen (seltener andere Substrate) herauswachsen. Einem fertilen Fruchtkörper bin ich übrigens noch nie begegnet. Der Fundort liegt im Koralmgebiet, auf einer lebenden Birke.
image1.jpeg
image2.jpeg
Die Fotos hat übrigens mein Bruder gemacht, er hatte die bessere Handykamera dabei.

Schöne Grüß
Gernot

Hallo Gernot!

Verfasst: 01.01.2019, 17:08
von 1605Innviertel
Sehr selten habe ich die fertilen FK von Inonotus obliquus gefunden. Sie wachsen unter der Rinde.
Inonotus obliquus,fertile Form.jpg
Inonotus obliquus,Stemmleiste.jpg
Inonotus obliquus,Seta u. Sporen.jpg
Inonotus obliquus,Seta u. Sporen.jpg (18.88 KiB) 1283 mal betrachtet

Beste Grüße, Heinz

Re: Inonotus obliquus

Verfasst: 01.01.2019, 17:27
von Gernot
Lieber Heinz,

sehr interessante Ergänzungsfotos, danke! Solche Stämme muss ich in Zukunft öfter absuchen, vielleicht werde ich dann ja auch einmal fündig.

Schöne Grüße
Gernot

Re: Inonotus obliquus

Verfasst: 02.01.2019, 15:40
von Irmgard
Lieber Gernot,
war es möglich, die Knolle auch zu untersuchen? Möglicherweise war er dafür zu hoch am Baum. Es kommen immer wieder Verwechslungen mit dem Birkenkrebs vor, die beiden können sich sehr ähnlich sein. Schon so mancher Finder war dann enttäuscht. Der Birkenkrebs sieht etwas weniger verbrannt aus, ist mehr dunkelgrau und nicht so kohlschwarz und innen ockerbraun, es fehlt der leuchtende Ton, den der Chaga hat. Bei Chaga-Fundorten wäre es mir lieber, die Koordinaten nur im Hintergrund zu haben. Die Fruchtkörper sind heiß begehrt.

LG
Irmgard

Re: Inonotus obliquus

Verfasst: 02.01.2019, 16:17
von 1605Innviertel
Liebe Irmgard, ich kenne das Konidienstadium von I. obliquus gut. Auf dem Bild von Gernot ist es eindeutig dieser. Es stimmt, Krebs kann ähnlich aussehen, hat aber meist schon Flechtenbewuchs. Außerdem ist die zerbröckelnde Oberfläche und das Kohlenartige eindeutig.
Noch ein Bild der fertilen Form, leider habe ich noch nie einen "taufrischen" FK gefunden.
Inonotus obliquus;respinat.jpg
Beste Grüee, Heinz

PS: Zur Chaga-Manie nur so viel: "Besser Apparatemedizin als Ratemedizin!"

Re: Inonotus obliquus

Verfasst: 02.01.2019, 17:34
von Irmgard
Lieber Heinz,
sehr gut, wenn Du dir sicher bist. Ich hänge auch noch ein paar Bilder an fürs "Üben". Ich bekomme bisweilen Proben zum Verifizieren, da sind dann auch die Vergleichsfotos entstanden. die Krebse sehen wirklich sehr ähnlich, man findet beim Mikroskopieren aber nicht die Spur von Hyphen, nur Pflanzenzellen, im Inonotus hingegen jede Menge Hyphen.
LG
Irmgard
krebs_li_chaga_rechts.jpg
links Krebs, rechts Chaga
Krebs_li_Chaga_re.jpg
links Krebs, rechts Chaga
IMG_20170809_142500_Inonotus_obliquus_Chaga_Greilhuber.jpg
Inonotus obliquus

Re: Inonotus obliquus

Verfasst: 06.01.2019, 20:11
von Habicht
Servus Gernot,

da bin ich skeptisch, ob es sich bei deinem Fund um Inonotus obliquus handelt.

Noch kritischer als Irmgard, was eine Deutung über die Struktur und Farbe anbelangt.
Aufnahmen einzustellen funktioniert zZ nicht, reiche ich nach.


@ Servus Heinz,

deine Aufnahmen vom fertilem Stadium sind Mangelware, wow.

Du meinst, Zur Chaga-Manie nur so viel: "Besser Apparatemedizin als Ratemedizin!"


Beide können das ultimative Ende nicht verhindern, mit der Apparatemedizin ändert sich nur der Abflugtermin. Schumi würde ohne diese schon längst anderswo seine Runden drehen,

LG
Peter

Re: Inonotus obliquus

Verfasst: 06.01.2019, 21:51
von Gernot
Liebe Irmgard,

ich hab übersehen, dass es hier neue Antworten gab, deshalb erst jetzt meine Reaktion... Die Farbe des Fruchtkörpers wird auf dem Foto nicht ganz korrekt wiedergegeben, in den Rissen war sie deutlicher gelborange. Später im heurigen Jahr komme ich wohl wieder zu diesem Standort, dann schaue ich mir ihn noch genauer an – vor Ort war ich mir aber schon ziemlich sicher. Apropos Standort, diesen habe ich im ersten Beitrag gelöscht – mir sind bisher (zum Glück) noch nie Chaga-Sammler begegnet, deshalb dachte ich gar nicht an ein mögliches weiterreichendes Interesse. Wie bei allen Heilpilzen wäre das aber natürlich zu erwarten…

Servus, Peter,

dann zeige ich inzwischen auch noch ein paar Fotos, diesmal aus der Sächsischen Schweiz, wo die Art gar nicht selten ist (gibt ja auch entsprechend viele Birken).
Foto 1.JPG
Foto 2.JPG
Foto 3.JPG

Schöne Grüße
Gernot

Re: Inonotus obliquus

Verfasst: 10.01.2019, 19:28
von Habicht
Servus Gernot,

danke für deine weiteren Aufnahmen.

Auf I. obliquus hat mich 2014 Martina hingewiesen, weil er ein Heilpilz ist. Prompt sind wir zwei Wochen später fast in einen hineingeradelt,
comp_pilze 22.10.13IMG_2115.jpg
comp_pilze 22.10.13IMG_2116.jpg
comp_pilze 22.10.13IMG_2129.jpg
comp_pilze 22.10.13IMG_2171.jpg

Ohne eine Entnahme getraue ich mich den nach wie vor nicht anzunageln,
comp_pilze 22.10.13IMG_3368.jpg
comp_pilze 22.10.13IMG_3366.jpg

Bei einem Baukrebs trifft man mit dem Messer sofort auf Holz, mehr als ein kleines Loch zu bohren ist nicht möglich,
comp_pilze 22.10.13IMG_3371.jpg

Der HFF zu begegnen ist ein extremer Glücksfall, 'after the tree dies the poroid stage develops only once ...' , steht so in Poroid fungi of Europe, 2nd Edition.
Leif hat dazu eine perfekte Aufnahme drinnen, von T. Niemelä 6515.

LG
Peter

Re: Inonotus obliquus

Verfasst: 16.04.2019, 21:48
von Peter
Ein sehr schönes Exemplar der sterilen Nebenfruchtform von Inonotus Obliquus trafen wir auch bei der AMIS Exkursion vom 30.3. im aufgelassenem Torfwerk im Ainringer Moor (SO von Freilassing) an. Auch die vielen alten Birken mit ettlichen Krebsgeschwüren waren beeindruckend.

Viele Grüße,

Peter St.