Leucopaxillus rhodoleucus, Hygrophorocybe nivea, Chalciporus pseudorubinus (= Ch. amarellus)

#1
Gerne mache ich Euch auf zwei seltenere weiße Pilze aufmerksam, die man an kuren Tagen auch noch in der Dämmerung finden kann, da sie herausleuchten:
Leucopaxillus rhodoleucus vom Eichkogel bei Mödling, 25.11.2018, der Rosablättriger Krempentrichterling, der vor allem jung auffällig zuckerlrosa gefärbte Lamellen hat. Er ist vor allem im pannonischen Raum verbreitet, also Niederösterreich, Burgenland, Wien und wächst in Eichenwäldern, in Mischwäldern und auch ein wenig ruderal, z. B. bei Robinia in Gebüschen und Parkanlagen.
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Der zweite Pilz ist einer, der im mediterranen Raum häufig ist und auch bei uns im Osten in Niederösterreich und im Burgenland vorkommt, und der früher mit dem Moser nicht bestimmt werden konnte, da er da nicht drinnen war (daher gibt es sicher auch aus diesem Grund wenige ältere Meldungen), wird jetzt häufiger registriert: Hygrophorocybe nivea (= Clitocybe nivea). Er sieht aus wie eine Mischung aus Hygrophorus, Clitocybe und Cantharellus. Hut weiß matt und wie gefirnisst, die Lamellen zuerst weiß, dann auffällig ockergelb werdend (ähnlich dem Eierschwammerl) und relativ entfernt und dick, der Hut bekommt nach einiger Zeit mittig gelbe Flecken und auch die Stielbasis wird gelblich.
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Im Gelände rein weiß
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Zu Hause dann mit gelben Flecken und gelben Lamellen
Zu meiner Freude fand sich auch noch Chalciporus pseudorubinus in der Streu der Schwarzföhren in Mollram. Der Zwergröhrling, er hat es auch gern warm, kommt außer im Osten auch im Westen in Vorarlberg vor. Er ist potentiell gefährdet. Ein wunderschöner kleiner Pilz mit den auch wieder zuckerlrosa Röhren und Poren.
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LG
Irmgard

Re: Leucopaxillus rhodoleucus, Hygrophorocybe nivea, Chalciporus pseudorubinus (= Ch. amarellus)

#3
Servus Irmgard!
Chalciporus-Nostalgie: Am 29.8.1969 fand ich in der Schloßallee in St. Martin i.I. unter Linde und Roßkastanie Chalciporus rubinus (damals war es noch eine Xerocomus, wenn ich nicht irre). Ich nahm ihn nach Fritzens zur Dreiländertagung mit. Und kaum hattte ich den Pilz ausgelegt, war er auch schon verschwunden. Cetto kniete im Gras und fotografierte ihn sogleich. Das Bild in seinem Band 1 ist dieser Pilz. Was dann weiter damit geschah weiß ich nicht, vielleicht hat in Moser kassiert, denn das Foto bei Cetto schaut ganz nach Meinhard aus. Da müßte er aber wohl im Fungarium in Innsbruck sein!
Ich habe die Jahre danach immer wieder am Fundort geschaut, doch er ließ sich nicht mehr blicken.
Chalciporus rubinus; im Cetto Bd. 1, S. 374 .jpg
Chalciporus rubinus;Standortfoto;1.jpg
Chalciporus rubinus;Standortfoto;2.jpg
So war es, als es Dreiländertagungen noch gab!
Liebe Grüße, Heinz

Re: Leucopaxillus rhodoleucus, Hygrophorocybe nivea, Chalciporus pseudorubinus (= Ch. amarellus)

#4
Liebe Irmgard,

von deinen Dreien wurde wenigstens C. pseudorobinus bei uns kartiert, vor knapp fünfzig Jahren. Bis 1974 wurde er nur bei Schwarzkiefern angetroffen, im Internet ist die Villacher Alpe (Dobratsch, Schütt-Graschelitzen) als Vorkommen dieser Kiefer nachzulesen.
Die 'Schütt' ist ein Naturschutzgebiet, dort könnte dieser seltene Pilz eine Nische gefunden haben.
Wolfgang K. meint, C. pseudorubinus sei ungültig, weil es sich um eine Kombination handelt, die auf Bolteus pseudorubinus basiert. Die mycobank fährt amarellus,
die mykodata anders,

LG
Peter