Noch einen Nachtrag

#1
Die letzten Tage hatten es in sich. Ich hatte kaum Zeit zum Nachsehen. Die wenigen Minuten die zum Fotografieren blieben, habe ich zur Bestandsaufnahme genutzt. Es waren natürlich wieder große Unbekannte dabei, die ich hier auch zeigen möchte. Um zweckdienliche und makroskopische, bzw. ökologische Merkmalshinweise wird gebeten.

Alle Funde vom Hammerwirt südlich Feldbach: N 46.92201033; E 15.85728041

Zu Coprinopsis hiascens: Heuer sehr häufig in den letzten Tagen. Steifer brüchiger Stiel, heller radialer Hut mit ca. 3 cm Durchmesser, nie ganz aufgeschirmt. Meist bei Erlen im Quellflurberich.
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Coprinopsis hiascens
Clitocybe fragrans: Mittelgroße Art, etwas graufärbig, Hut hygrophan, Geruch süßlich. Gibt es Vewechslungsmöglichkeiten?
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Clitocybe fragrans
Imleria badia: Ein später Gast mit festem Fleisch, blauend an der Stielbasis, gelbes Hymenophor, Hut dunkelbraun.
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Imleria badia
Galerina marginata: Wächst auf Totholz - kleine Äste bis Stümpfe, zuzeit sehr häufig, Ring sichtbar, Hut hygrophan 3-4 cm Durchmesser.
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Galerina marginata
Lactarius deterrimus: Bei einer einzelnen Fichte inmitten des Kiefernwaldes gefunden, grünliche, orangerot gezonte Hutoberfläche.
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Lactarius deterrimus
Lactarius tabidus: Verwechlungspartner zu L. subdulcis aber ohne süßlichen Geruch, spärlicherer Milchfluss, weiß bleibend, nicht verfärbend, Stiel und Hut werden mit zunehmenden Alter dunkler. Fleisch mild. Bin mir aber unsicher!!
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Lactarius tabidus
Russula badia: Farblich der Hut von braunrot (ähnlich R. integra) bis ausblassend rosa (wohl auch Temperatur bedingt). Lamellen bleiben weißlich (Vielleicht auch T-bedingt). Geschmack sehr scharf. Dauert einige Zeit bis sich die Zunge beruhigt.
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Russula badia
Hebeloma mesophaeum: Ob der Standort bei Kiefern typisch ist, weiß ich nicht. Die dunkle Hutscheibe lässt mich auf H. mesophaeum schliessen. Es gibt sicher noch 20 andere dunkle?
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Hebeloma cf. mesophaeum bei Kiefern
Crepidotus mollis: Sollte eigentlich unverwechselbar sein. Hutdurchmesser ca. 4 cm.
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Crepidotus mollis
Melanoleuca cf. grammopodia: Als ich den Pilz aushebelte um den Stiel zu begutachten war ich überrascht über dessen Länge: 20 cm+ und steif. Die Streifung war jedoch nicht sehr deutlich ausgeprägt. Hingegen der Hut leicht brüchig, fein graubräunlich mit leicht erhabener Mitte. Bin mir unsicher.
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Melanoleuca cf. grammopodia

Re: Noch einen Nachtrag

#5
Lieber Bernd,
Danke für deine Funde, makroskopische Hinweise funktionieren hier bei diesen Arten nur bedingt, da müssen etliche davon einfach unters Mikro.
Coprinopsis: vergleiche bitte mal mit Coprinellus impatiens, der wächst meist einzeln, hat keine Velumreste aus zylindrischen Hyphen am Hut, sondern ist glatt, die Basis seiner Sporen ist abgerundet, die Pileozystiden sind kürzer als 125 µm, auch der Farbton scheint mir heller und einheitlicher zu sein.
Coprinellus hiascens ist zarter, wächst meist in Büscheln, hat weniger tiefe Rillen, trägt Velumreste aus zylindrischen Hyphen am Hut, die Pileocystiden sind bis 180(250) µm lang, und seine Sporen haben eine beinahe konische Basis.
Clitocybe fragrans ist mit dem süßlichen Geruch ziemlich eindeutig (seit sie mit C. suaveolens vereint wurde).
Der Herbstrotfuß passt schon, der ist durch Frost und Schimmel schon ein wenig mitgenommen.
Der Lactarius ist sehr stark gezont, könnte der nicht doch zur Föhre gehören? Ein Foto vom Stiel und Fleisch wäre hier hilfreich.
Lactarius tabidus und Russula badia sehen so aus, die stimmen schon.
Hebeloma ist eine schwierige Gattung, wenngleich die Arten jetzt mit dem Band von Fungi Europaei eigentlich ganz gut bestimmbar geworden sind. Für Hebeloma mesophaeum passt der Habitus deiner Kollektion nicht, auch kann ich das Velum am Stiel nicht gut erkennen, ist wohl eine der vielen anderen Arten, das geht nur mit gründlichem Mikroskopieren.
Die Melanoleuca Arten sind ebenfalls (fast) alle Kandidaten fürs Mikroskop. Da fehlen makroskopisch einfach zuviele Merkmale.

LG
Irmgard